Dear Martin,

It seems that it is my turn now to solve a mystery. Well, my and Jans. I hope, that we will make you proud and that the author is on our side 😉.

Work hard, 😜

Your Muse in training

Das Lied des Fadista – Teil II

„Also gut, ich erkläre es dir genauer“, begann Sibylle zu berichten. „Jan hat vor zwei Tagen eine US-amerikanische Couchsurferin bei sich aufgenommen. (Du erinnerst dich doch an Jan, meinen neuen Tschechisch-Tandem-Partner).“ Ja, Martin erinnerte sich. Jan aus Brno, der Tschechisch und Latein studiert hatte. Sibylle hatte ihn zum Tandem überredet, nachdem er selbst zurück nach Prag gezogen war und das schöne Wien mit all dem leckeren asiatischen Essen verlassen hatte. „Er hat mir viel von dieser Amerikanerin erzählt, weil sie ihn, nun ja, fasziniert hat. Aber das ist egal fürs Erste. Jedenfalls haben wir uns heute zum Tschechisch und Japanisch lernen getroffen (Jans Deutsch ist leider zu gut, als dass ich ihm da eine große Hilfe wäre, deshalb haben wir auf gemeinsames Japanisch umgesattelt). Doch dann ist er angerufen worden. Von der Polizei!“

„Das ist selten ein gutes Zeichen.“

„Ich habe ihn nach Hause gebracht und dort haben schon Polizisten auf ihn gewartet. Sie haben nämlich die Tasche von Barbara – oder Barbie, wie sich selbst nennt – gefunden. Samt Handy. Und da war ihre Couchsurf-Kommunikation mit Jan drauf.“

„Sie haben aber nur ihre Tasche gefunden?“

„Ja, aber der Ort scheint etwas seltsam gewesen zu sein. Die Polizisten wollen uns nichts verraten, aber ihre Fragen klingen sehr ernst. Bestimmt haben sie einen guten Grund, etwas Schlimmes zu vermuten.“

„Was haben sie denn gefragt?“ Martin hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

„Sie haben gefragt, ob sie von jemandem gesprochen hat, der sie verfolgt hat. Oder ob Jan jemand aufgefallen ist, der vielleicht vorm Haus rumgelungert ist.“

„Das sind tatsächlich keine Fragen, die man stellt, nur weil jemand seine Handtasche in einem Taxi vergessen hat“, musste der Informatiker der Schriftstellerin beipflichten.

„Ich muss hier weiter die Ohren offenhalten! Ich glaube, die Polizisten haben weitere Fragen an Jan.“

„Du bist noch dort?!?“

„Aber klar, ich wollte dir das sofort berichten, da du ja derjenige von uns beiden bist, der mehr Erfahrung mit Mordfällen hat.“

„Das macht mich noch lange nicht zum Detektiv“, versuchte Martin sie zu erinnern.

„Doch, das macht es. Zumindest nach Krimimaßstäben. Wenn dein Abenteuer in Thessaloniki ein Kriminalroman gewesen wäre, dann wärst du bestimmt die Hauptfigur darin gewesen (und somit wärst du automatisch eine Art Detektiv).“

Martin zog zweifelnd die Augenbrauen zusammen: „Deine Krimi-Autoren-Logik in allen Ehren, aber bestimmt wäre ein Beamter der griechischen Polizei (oder von mir aus auch Leonhard) ein viel naheliegender Kandidat für den Protagonisten gewesen.“

„Nicht, wenn ich den Krimi geschrieben hätte“, sendete sie zurück, von grinsenden und zwinkernden Emojis begleitet. „Oh, ein Polizist hat Jan gerade gefragt, ob sie ihm etwas über ihr Liebesleben verraten hat. Jan hat daraufhin so tief eingeatmet, dass hier fast ein Vakuum entstanden wäre! Ich denke, jetzt wird er lange etwas zu erzählen haben!“

Martins Gastgeber, Mikoláš, bemerkte dessen Unruhe. „Ist alles in Ordnung?“

„Die Freundin eines Freundes einer Freundin von mir dürfte in Schwierigkeiten geraten sein“, erklärte er.

„In Schwierigkeiten?“

„Ja, diese Freundin von mir hat den Verdacht, dass die Polizei den Verdacht hat, dass diese Freundin des Freundes möglicherweise ermordet wurde.“ Zum Glück war MikolášInformatiker genug, um diesem Satz folgen zu können. Dennoch tat er sich mit einer passenden Antwort schwer. „Das klingt sehr unangenehm“, kommentierte er schließlich.

„In der Tat“, pflichtete Martin ihm bei. „In der Tat.“ 

Fortsetzung folgt

schlimm: here: serious

rumlungern: loitering

jemandem beipflichten: to agree with someone

in Schwierigkeiten geraten: to get into trouble

in der Tat: indeed

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