A continuing short story for German practice

Dear Martin,

Here is the next episode of your crime story. I know, It is shocking! This poor Italian fellow died there in your arms. You have to talk to the police, right? It might be not as easy, as you think… (Again there is some vocabulary explained at the end of the episode.) Have fun!

Your Muse in training

Mord in Thessaloniki

Teil II

Es war eine lange Nacht gewesen. Die griechischen Behörden waren ohne große Eile im Hotel ausgeschwärmt. Sie hatten sich von jedem Teilnehmer der Konferenz Namen, Adresse und Arbeitsplatz geben lassen, während sie Zettel in der Hand hielten auf denen genau all das vermerkt war. Die Polizisten hatten viel miteinander geflüstert, sich vom Hotelpersonal bewirten lassen und immer wieder ihren Blick über die müden Informatiker streifen lassen, die nach ihren Befehlen alle im Speisesaal verharren mussten. Martin hatte versucht, mit den Polizisten vernünftigen Kontakt aufzunehmen, aber niemand schien sich für seine Geschichte zu interessieren. Um halb drei Uhr nachts durften dann doch alle auf ihre Zimmer gehen. Ohne befragt worden zu sein. Wirklich schlafen konnte Martin deshalb noch lange nicht. Was war da bloß passiert? Sein Hirn suchte unablässig nach ähnlichen Erlebnissen in der Vergangenheit, in der Hoffnung ein Muster erkennen zu können, das ihm hier weiterhelfen konnte. Wie sollte er sich verhalten? Einfach abwarten und die Polizei ihre Arbeit tun lassen? Oder war es legitim, darüber nachzudenken, wer denn seinen armen Kollegen umgebracht haben könnte? Oder war es gar seine Pflicht, dem Mörder auf die Schliche zu kommen? Automatisch nahm er sein Handy zur Hand und öffnete den Messenger. Nein. Es war mitten in der Nacht in Österreich.

Endlich war es sieben Uhr und der Tag brach an. Martins langer, von langfaserigen Muskelgruppen schlank gehaltener Körper schlüpfte ins Laufgewand. Eine kleine Laufrunde von 10  oder 18 Kilometerchen, wäre jetzt genau das Richtige, befand er. Fröhlich nahm er die Treppe, hatte ein Schmunzeln auf den Lippen, als er an der Rezeption vorbeihuschte, und … – die Tür war abgesperrt.

„Sieh an, sieh an!“, sagte eine Stimme hinter ihm. „Wo wollen wir denn so früh am Morgen hin?“ Die Stimme gehörte zu einem Polizisten, der eine Tasse Tee in der Hand hatte, in der er ohne Unterbrechung umrührte.

„Laufen“, war Martins kurze Antwort.

„Sie haben doch bestimmt nichts gegen eine Untersuchung“, sagte der umrührende Beamte mit einem seltsam diabolischen Funkeln in den Augen.

„Was wollen sie denn untersuchen?“ Unerwartet schnell schoss ein junger Polizist herbei und packte Martins Arm. Diesem fiel es sichtlich schwer nicht zurückzuzucken. Der junge Handlanger des Teerührers, begann Martin am ganzen Körper abzuklopfen. „Ach, eine Durchsuchung“, bemerkte der Informatiker trocken und kam nicht umhin, zu bemerken, wie inkonsequent und stümperhaft diese Durchsuchung war. Der junge Polizist fand zwar das Handy, aber die Kopfhörer blieben ihm verborgen.

„Wir werden uns nun unterhalten, Herr Doktor“, sagte der Polizist mit dem Tee erneut in einer Stimmlage, als ob er bei einem Casting für einen Bond-Bösewicht vorsprechen würde. Er übergab die kaltgerührte Tasse seinem Vorgesetzten, als sie den Speisesaal betraten. Nun endlich begann das Verhör. Es vergingen die wohl zwei langweiligsten Stunden in Martins bisherigem Leben. Er wurde gefragt, wollte antworten, die Polizisten begannen untereinander auf Griechisch zu sprechen. Er wollte antworten, sein Gegenüber stand auf und verließ den Raum für zehn Minuten. Er wollte antworten und jemand stoppte ihn mitten drin, um etwas aufzuschreiben. Zwei Stunden und Martin hatte vielleicht drei Antworten gegeben. Dann wurde das Verhör unterbrochen. „Verlassen sie nicht das Land“, sagte eine Polizistin zu ihm, als würde sie aus einem Krimi vorlesen. „Um Punkt sieben Uhr abends geht das Verhör weiter.“ Na, da hatte Martin ja etwas, worauf er sich freuen konnte…

ausschwärmen: to swarm out

sich bewirten lassen: to be hosted (they get food and drinks served from the hotel-staff)

verharren: like to remain, but stiffer (like a cat would in front of a mouse hole)

legitim: legit

unablässig: incessantly; without a break

jemandem auf die Schliche kommen: meaning – to look through somebodys game

die Untersuchung: investigation

umrührend: stirring

der Handlanger: ein Assistent, wird aber meistens für die Assistenten von Bösewichten gebraucht; jemand, der die Drecksarbeit erledigt; Bond-Bösewichte haben meistens Handlanger… 

abklopfen: to tap (maybe, I am not sure)

die Durchsuchung: search

stümperhaft Adj.: In the last episode, we had “Stümper” (someone, who is not good at his work); someone like that works “stümperhaft” (like a Stümper)

verborgen Adj.: hidden

die Kopfhörer blieben ihm verborgen: meaning – he couldn‘t find the headphones

das Verhör: interrogation; a nice verb deriving from „hören“

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